Edward Quinn, 2014

Edward Quinn, 2014

Kein Fotograf hat das gesellschaftliche und kulturelle Leben an der Cóte d'Azur der "Golden Fifties" so umfassend, hellwach und mit feiner Ironie dokumentiert wie der Ire Edward Quinn (1920-1997).

Das Highlife auf Yachten, in Hotelsuiten und an
Strandpromenaden, das Zusammentreffen von Stars, Managern, Aristokraten und Künstlern boten ein weites Terrain.
Aus dieser Zeit stammen Quinns sensible Photos von "Celebrities" wie Brigitte Bardot, Sophia Loren, die beide kürzlich ihren 80. Geburtstag feierten, und auch Marlon Brando, Cary Grant, Onassis und viele mehr.

Die ersten Aufnahmen, die Gret Quinn in Zusammenarbeit mit ihrem Mann vergrößert, archiviert und an Illustrierte, Magazine, Agenturen und Zeitungen verschickt, gehören in den Bereich Pin-Up-Photographie.
Die Posen der Girls können aus heutiger Sicht etwas unfreiwillig Komisches haben, gleichzeitig zeigen sie eine Art erotischer Unschuld, die sich aus den sozialen Normen der Zeit ergibt, aus der Spannung zwischen Alleszeigenwollen aber nicht Alleszeigendürfen.
Spätere Stars begannen ihre Karriere an der Còte d'Azur als wenig bekannte Schauspielerinnen, wie z.B. Audrey Hepburn, die bereits früh von Quinn portraitiert wurde; aber auch die sehr junge Brigitte Bardot, die der Photograph einige Zeit unbefangen, leicht und authentisch abzubilden vermochte, bevor sie ihren eigenen Starphotographen hatte.

Edward Quinn gelingen photographisch "produktive Augenblicksbeziehungen", sodaß hinter der Fassade
der Stars nicht selten etwas Privates, etwas Persönliches, das Authentische zu spüren ist.
Im Auftrag von Paris Match arrangierte er 1955 für Grace Kelly einen Besuch durch den Palast des monegassischen Fürsten, bevor sie im Anschluss Rainer kennenlernte.

" You know how to make a portrait." (Picasso über Edward Quinn).
1951 begann eine enge Freundschaft mit Picasso, die bis zum Tod des Künstlers (1973) dauerte. In diesen zwanzig Jahren entstand ein umfangreiches, photographisches Werk, das in zahlreichen Ausstellungen, Büchern und Filmen gezeigt wurde.
Picasso erkannte, wie gut er auf Quinns Bildern aussah und wie gut die Bilder gleichzeitig den Entstehungsprozess seiner Kunst einfingen."
Seit den sechziger Jahren konzentrierte sich Quinn vermehrt auf die Arbeit mit Künstlern, zu denen Max Ernst, Alexander Calder, Francis Bacon, Salvador Dali oder David Hockney zählten.
Eine ähnlich intensive Beziehung, wie mit Picasso, verband ihn seit den späten achtziger Jahren mit Georg Baselitz.

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